Besteuerung in Serbien

In den letzten Jahren durchfluteten zahlreiche Veränderungen das serbische Steuersystem. Diese Veränderungen haben primär die Absicht, ausländische Investoren nach Serbien zu ziehen. Auch in den nächsten Jahren darf man tiefgreifende Veränderungen erwarten.

Die Körperschaftssteuer

Alle in Serbien eingetragenen Gesellschaften unterliegen einer zehnprozentigen Körperschaftsteuer. Hingegen müssen nicht-ansässige Gesellschaften nur dann eine Körperschaftssteuer zahlen, wenn sie eine dauerhafte wirtschaftliche Einheit in Serbien haben. Bestimmte Einkommensarten unterliegen der sogenannten Abzugssteuerbasis. Darunter fallen: Einnahmen aus Dividenden sowie Zinsen- und Kapitaleinkünfte. Die Kapitalertragssteuer beträgt derzeit 10% für Zinsen. Der entsprechende Steuersatz kann niedriger ausfallen, wenn das zu besteuernde Einkommen einem Land zukommt, mit dem Serbien ein Doppelbesteuerungsabkommen unterzeichnet hat.

Steuerbegünstigungen

Das serbische Recht der Körperschaftssteuer sieht vielerlei Begünstigungen für jene Unternehmen vor, die in den Erwerb neuer Betriebsmittel, in die Einstellung neuer Mitarbeiter oder die Förderung unterentwickelter Gebiete investieren.

  • Absetzbetrag für Investitionen in Anlagegüter

Dem Steuerzahler, der in Anlagegüter mit der Absicht investiert, seine zugelassenen betrieblichen Tätigkeiten zu verrichten, steht ein Steuerabsetzbetrag in Höhe von 20% der getätigten Investition, aber nicht mehr als 50% des gesamten Steuerbetrags, der innerhalb des Jahres der Investition angefallen ist, zu. Der Steuerbetrag, der innerhalb des Investitionsjahres nicht abgesetzt wurde, darf auf die nächsten Geschäftsjahre übertragen werden, um dann bei Bedarf von der Steuerpflicht abgesetzt zu werden.

  • Absetzbetrag für die Beschäftigung neuer Arbeitnehmer

Neben der Steuerbegünstigung für das Anschaffen neuer Betriebsanlagen, steht dem steuerzahlenden Unternehmer auch der Absetzbetrag für die Beschäftigung neuer Mitarbeiter in Höhe von 100% des Bruttogehalts jedes neu beschäftigten Arbeitnehmers, innerhalb eines unbefristeten Zeitraums, zu. Der Absetzbetrag kann nicht in die nächsten Geschäftsjahre übertragen werden und wird somit nur im Jahr der Beschäftigung eines Arbeitnehmers geltend gemacht.

  • Absetzbetrag für große Investitionen

Das Körperschaftssteuergesetz sieht eine Absetzmöglichkeit für Investitionen mit besonders großem Volumen vor. Voraussetzung für eine solche Steuerbegünstigung ist ein Investitionswert von nahezu EUR 6.000.000, der sich auf Anlagegüter und mehr als 100 neu eingestellte Arbeitnehmer bezieht. Steuerzahler, die diese beiden Kriterien erfüllen, sind für einen Zeitraum von 10 Jahren proportional zum Betrag ihrer Investition von der Steuerpflicht befreit.

  • Steuerbefreiung für Investitionen in unterentwickelten Gebieten

In Ergänzung zu den Steuerbegünstigungen für Investitionen in Anlagegüter und die Beschäftigung neuer Mitarbeiter, beinhaltet das serbische Recht ein spezielles System der Steuerbegünstigung für Investitionen in unterentwickelte Regionen Serbiens.

Ein Investor, der eine Geschäftseinheit in einem rückständigen Gebiet gegründet hat, gewährt das Steuerrecht eine Befreiung proportional zu dem Anteil an Einnahmen, die der Unternehmer in der unterentwickelten Region erwirtschaftet hat.

Des Weiteren  hat ein Investor, der seine Tätigkeit in einem Gebiet mit dem gesetzmäßigen  Status „Region mit speziellem Interesse für die Republik Serbien“ betreibt  das Recht auf eine Steuerbefreiung für einen Zeitraum von fünf Jahren vorausgesetzt, dass der steuerzahlende Unternehmer mindestens RSD 6 Millionen in Anlagegüter investiert (dabei müssen mindestens 80% des Betrags in Anlagegüter investiert worden sein, die  in der „Region mit speziellem Interesse für die Republik Serbien“ genutzt werden) und mindestens 5 neue Mitarbeiter beschäftigt hat.

  • Begünstigungen im Bereich der Zölle

Serbische Unternehmen, die Betriebsmittel als eine Sacheinlage ihrer ausländischen Gründer importieren, sind von der Pflicht der Zahlung von Zollgebühren für diese Art von Import befreit.

Die Mehrwertsteuer

Generell entstand das Mehrwertsteuersystem in Serbien auf Basis der Sechsten MwSt-Richtlinie der EU.

Die Standard-MwSt-Rate beträgt 18%, die reduzierte hingegen nur noch 8%. Das Serbische Mehrwertsteuerrecht beinhaltet zwei Kategorien an Ausnahmen von der Steuerpflicht: die Ausnahme mit dem Recht des Abzugs des Vorsteuerrückerstattungsanspruchs (einschließlich dem Export von Gütern) und die Ausnahme ohne Abzugsrecht (Finanzierungs- und andere Dienstleistungen).

Der Umsatzsteuerzeitraum beträgt für den Steuerzahler, dessen jährlicher Umsatz EUR 20.000.000 (EUR 20.000) übersteigt, einen Kalender-Monat. Die Umsatzsteuererklärung muss bis zum zehnten des nächsten Monats für den vorangegangenen Monat eingereicht werden. Die Auszahlung der Mehrwertsteuer unterliegt derselben Frist.

Registrierten Steuerzahlern ist es vorgeschrieben mit ihren Output-Lieferungen, die Mehrwertsteuer in Rechnung zu stellen und sie sind berechtigt, die Mehrwertsteuer, die Ihnen mit der Eingangsrechnung eines Lieferanten zugewiesen wird, von der Rechnung abzuziehen. Generell sind alle mehrwertsteuerbaren Kosten, mehrwertsteuerabzugsfähige Kosten. Ein Überschuss aus der Differenz zwischen Vorsteuerrückerstattungsanspruch und Vorsteuerabgaben kann dem Steuerzahler entweder rückerstattet werden oder als Guthaben für die nächste Steuerperiode genutzt werden. Der Steuerbehörde ist es vorgeschrieben, die Rückerstattung des Vorsteueranspruchs innerhalb von 45 Tagen nach Ablauf der Steuerperiode erfolgen zu lassen.

Ausländische Rechtspersonen haben hingegen nicht das Steuerrückerstattungsrecht bezogen auf in Serbien gezahlte Steuern, mit Ausnahme von Mehrwertsteuern mit Bezug auf bestimmte Leistungen, die auf Messen in Serbien ausgestellt werden.

Die Einkommenssteuer

Serbische Unternehmen sind verpflichtet, eine Steuer des Gehalts ihrer Mitarbeiter in Höhe von 12% einzubehalten und zu entrichten. Zudem ist es Arbeitgebern vorgeschrieben Sozialabgaben für ihre örtlichen Arbeitnehmer einzubehalten und zu entrichten. Zu den genannten Abgaben zählen jene der Pensionsversicherung (22%), Krankenversicherung (12,3%) und die Abgaben für die Arbeitslosenversicherung (1,5%). Um die Beschäftigung innerhalb bestimmter Bevölkerungskategorien in Serbien zu fördern, sieht das Serbische Einkommenssteuergesetz Ausnahmen der Besteuerung, insbesondere für das Anstellen von Arbeitnehmern bis zum 30.Lebensjahr, invalider Mitarbeiter und das Beschäftigen von Personen über dem 45.Lebensjahr, vor.

Der Status von ausländischen Staatsangehörigen, die nach Serbien gesandt werden, um für ihre ausländischen Arbeitgeber die Anstellung anzutreten, ist davon abhängig, ob diese Personen als Ortsansässige erachtet werden. Personen, die mehr als 183 Tage im Verlauf von 12 Monaten, in einem beliebigen Steuerjahr, in Serbien zugebracht haben, werden als steuerpflichtig angesehen. Eine Ausnahme stellen jene Fälle dar, in denen ausländische Staatsangehörige, Bewohner eines Landes sind, mit dem Serbien ein Doppelbesteuerungsabkommen unterzeichnet hat. In diesen Fällen ist die Vorschrift über den Daueraufenthalt im jeweiligen Abkommen festgesetzt und kann von den 183 Tagen abweichen. In Ergänzung zu der das Jahr hindurch fälligen Abzugssteuer ist es ortsansässigen Personen vorgeschrieben, eine jährliche Einkommenssteuer in Abhängigkeit vom Jahreseinkommen zu entrichten. Der Prozentsatz beträgt je nachdem, ob das Jahreseinkommen einen bestimmten gesetzlich vorgeschriebenen Schwellenwert überschritten hat, entweder 10 oder 15 Prozent.