Bedeutende steuerliche Änderungen in Serbien

Serbiens Steuersystem hat unlängst grundlegende Veränderungen erfahren und viele Neuerungen wurden eingeführt: Einige leiten sich aus der Praxis ab, andere ergeben sich aus der weiteren Harmonisierung des Besteuerungssystems mit den Bestimmungen der EU sowie der Dringlichkeit, galoppierende Budgetdefizit zu reduzieren.

Die wesentlichste Änderung betrifft das Mehrwertsteuersystems bzw. die Erhöhung des allgemeinen Steuersatzes von 18% auf 20%.  Deshalb wurden ferner durch Änderungen anderer Gesetze lokale Verwaltungsgebühren und Abgaben abgeschafft, um die Geschäftskosten der Gesellschaften zu senken.

Mit weiteren wesentlichen Änderungen wurden die Probleme im Zusammenhang mit der Anwendung des Mehrwertsteuersystems auf das Leasing unbeweglicher Vertragsgegenstände beseitigt. Beim Erwerb der Wohnobjekte gilt ein Sondersatz von 8 % und für sonstige Bauobjekte ein allgemeiner Steuersatz von 20%.

Eine weitere Neuerung betrifft den Fall, wenn die Gebühren für den Güter- oder Dienstleistungshandel in Fremdwährung angeführt sind. Hierbei wäre die Anwendung eines vereinbarten Kurses möglich und nicht bloß der durchschnittliche Wechselkurs der Serbischen Nationalbank.

Abgeschafft wurde das Steuerrückerstattung für ausländische Kostenträger, die ihren Umsatz im Rahmen von Messen erwirtschaften. Eingeführt wurde hingegen unter bestimmten Voraussetzungen das Recht auf Rückerstattung für den Transport von Personen und  Gütern sowohl bei der Ein- als auch Ausfuhr.

Zur Erleichterung der Geschäftsabwicklung der Steuerzahler wurden die Zahlungsfristen für die Mehrwertsteuer verlängert. Ferner wurde ein neues „Zahlungssystem“ für bestimmte Steuerzahler eingeführt, das einen Zahlungsaufschub für die Mehrwertsteuer bis zum Zeitpunkt des tatsächlichen Eingangs der Forderung vorsieht.

In Hinsicht auf das Steuerverfahren wurden wesentliche Änderungen des Verfahrens eingeführt. Ferner wurden die Zuständigkeiten der Steuerverwaltung im Bereich des Glücksspiels, Wechselkursgeschäft sowie Steuerverfahren in der ersten Instanz usw. erweitert. Diese Änderungen sollen die bessere Anwendung von Fachkenntnissen, eine höhere Effizienz sowie eine bessere Konformität in der steuerlichen Praxis gewährleisten.

In Bezug auf die Einkommenssteuer betrifft die wichtigste Änderung die Erhöhung des Besteuerungssatzes für Einkünfte aus Kapitalvermögen, für den Kapitalertrag und für Einkünfte aus Lebensversicherungen von 10 % auf nunmehr 15%.  Ferner gilt künftig der allgemeine Steuersatz von 20% für die Beteiligung der Arbeitnehmer am Gewinn des Unternehmens sowie für die Bezüge der Verwaltungsorgane einer Gesellschaft.

Letztlich ist wichtig anzumerken, dass einige der genannten Novellen  bereits in Kraft getreten sind, während andere erst ab 1.1.2013 gelten. Zudem werden bis dahin Verordnungen und Weisungen zur Präzisierung bestimmter neuer Vorschriften erwartet. Ferner ist derzeit die Umgestaltung des Körperschaftssteuergesetzes mit wesentlichen Besteuerungsänderungen im Bereich der Gewinne, Dividenden und des Urheberrechtes im Gange.