Tomislav Nikolic als Gewinner der Präsidenten-Stichwahl

Der Sieg über den ehemaligen Staatspräsidenten Boris Tadic soll das Streben nach einer EU-Mitgliedschaft nicht beeinflussen.

Nach dem zweiten Urnengang steht das Ergebnis fest – Nikolic kann mit 49,51 Prozent  gegenüber Tadics 47,35 Prozent und weiteren 3,15 Prozent an ungültigen Stimmen die Präsidentschaftswahlen für sich entscheiden.

Nachdem vor der Stichwahl der Demokratischen Partei Tadics als zweitstärkstes Wahlbündnis die Regierungsbildung mit der Sozialistischen Partei unter Dacic als drittstärkster Partei nachgesagt wurde, rückt diese Koalitionsmöglichkeit nun wieder in den Hintergrund. Möglich wird stattdessen eine Regierung mit der stimmstärksten Serbischen Fortschrittlichen Partei unter Tomislav Nikolic. Neben der SPS würde sich allerdings auch die EU-gegnerische Demokratische Partei Serbiens  unter Vojislav Kostunica als Koalitionspartner anbieten.

In Folge dieses Wahlausgangs steht der SNS die Herausforderung eines bestärkenden Auftritts im Blickfeld der EU bevor, denn schon kurz nach dem Wahlausgang ließen sich mahnende Stimmen seitens Union vernehmen. Nikolic betont in diesem Zusammenhang, dass er auf jeden Fall darauf bedacht ist, den Kurs Richtung EU beizubehalten und die Beitrittsverhandlungen anzustreben.

Für die SNS ließ sich der erfolgssichernde Wahlausgang dadurch gewährleisten, dass man vor allem die Problematik der Auswirkungen der Wirtschaftskrise zum Hauptthema gemacht hat. Offizielle Zahlen verlautbaren eine Arbeitslosenrate von 24 Prozent. Des Weiteren galt die schwer zu zügelnde innerstaatliche Korruption als stimmtreibende Kraft der Wahlen.