Serbiens EU-Kandidatenstatus steht fest

In Belgrad feiert man einen  großen Schritt in Richtung EU und damit einhergehend eine zukünftig aussichtsreichere Wirtschaftslage

Als EU-Ratspräsident Herman van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Donnerstag in Brüssel die Nachricht verlautbarten, wurde sie in Belgrad voller Freude empfangen. Ein Großteil der serbischen Nation, ebenso die Regierungspartei und diverse Medien, gaben enthusiastisch die Neuigkeiten in Serbien bekannt. Der Jubel, kaum in Grenzen zu halten, ging zugleich mit profitablen Gedanken einher.

Präsident Boris Tadic sieht in den neuen Entwicklungen eine Zusicherung für künftige Investitionen in Serbien. Mit dem Kandidatenstatus und dem damit erhofften künftigen Beitritt in die EU wird den ausländischen Investoren in Serbien ein stabiler und sicherer Markt präsentiert, der innerstaatlich positive Veränderungen der Wirtschafts- aber auch Gesellschaftslage bewirken kann und wie man hofft auch wird.

Neugierig abzuwarten bleibt auch die Auswirkung, die die freudige Nachricht auf die bevorstehenden Wahlen im Mai haben wird. Tadics regierende “Demokratische Partei” (DS), die letzten Umfragen zufolge einige Prozentpunkte hinter der oppositionellen “Serbischen Fortschrittspartei” (SNS) von Tomislav Nikolic lag, dürfte sich jetzt eventuell eines Stimmenzuwachses unter der Bevölkerung rühmen.

Uneinigkeit herrscht nach wie vor in Kosovo-Belangen. Dialogvereinbarungen zwischen Serbien und dem Kosovo seien letzten Endes ausschlaggebend für die Zusicherung des Status als Kandidat für die EU ausschlaggebend gewesen, die zukünftigen Entwicklungen sind in diesem Zusammenhang jedoch kaum vorhersehbar. Dementsprechend ist jedoch auch unklar, wann die offiziellen Verhandlungen für den Betritt Serbien in die EU aufgenommen werden. Das Ende des Jahres 2012 sei zumindest in Aussicht gestellt.