Fazit zur Veranstaltung “Serbien auf dem Weg in die EU?!”

Für die Gäste der vergangenen ÖSW-Veranstaltung außer Frage – Der Weg wurde längst beschritten und obwohl einer Mitgliedschaft in der EU noch einiges bevorsteht, war unter den Gästen des Österreichisch-Serbischen Wirtschaftsforums eine äußerst positive, optimistische Einstellung wahrnehmbar.

Nach den Eröffnungsreden seitens Uniqa-Gastgeber Zoran Visnjic und ÖSW-Präsident Dr.Radivoje Petrikic folgten die erkenntnisreichen Vorträge von Dr. Milica Delevic, Leiterin des “EU Integration Office” in Belgrad und des Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Balkan des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten im Europäischen Parlament – Dr. Hannes Swoboda.

Die Gäste der Veranstaltung hatten die Möglichkeit in dem geschmackvollen, neuen Ambiente des Uniqa Towers aus der detailierten Präsentation Frau Delevics zu erfahren, welche Maßnahmen zur Erreichung des Kandidatenstatus Serbiens innerhalb der Europäischen Union bereits gesetzt wurden und welche positiven wirtschaftsspezifischen Errungenschaften Serbien im Zuge der Etablierung des Interimabkommens vorweisen kann. Im Zuge dessen wurden auch die makroökonomischen Faktoren dieses Jahres sowie der vergangenen zwei Jahre vor dem Hintergrund der Auswirkungen der letzten Wirtschaftskrise dargestellt. Vor allem ging Frau Delevic aber auch ausführlich auf den nationalen Plan zur Integration Serbiens in die EU ein und veranschaulichte die Gründe, die aus der Sicht der EU-Kommission in Bezug auf Serbien für den Vorschlag zur Ernennung als Beitrittskandidat sprachen. Eine funktionierende Marktwirtschaft und der Erhalt der makroökonomischen Stabilität trotz krisenbehafteter Zustände, verdeutlichten der Kommission die Notwendigkeit des Erteilens des Beitrittskandidatenstatus bzw. nach gegenwärtiger Situation – der Vorschlag des Erteilens des Beitrittskandidatenstatus.

Anschließend wurde einem der Brüsseler Blickwinkel durch Herrn Swobodas Rede veranschaulicht. In seinem erkenntnisreichen, prägnanten Vortrag verwies er auf die Parallelen der serbischen Integration zu jener der kroatischen und erklärte, dass er durch sein Bemühen auch neben der Anerkennung Kosovos durch Österreich für die Mitgliedschaft Serbiens in der EU plädiert. Seiner Meinung nach sei die Kosovo-Frage eine zu sensible, als dass man in dieser Hinsicht auf eine rasche Lösung drängen sollte. Man müsse der Frage die Möglichkeit bieten, sich selbst zu entfalten und währenddessen den Fokus auf andere wirtschaftliche und rechtliche Ansatzpunkte zur Annäherung an die EU zu rücken. Zudem wurden auch die Bemühungen des serbischen Präsidenten Boris Tadic gewürdigt und angemerkt, dass die Erfolge in der Restrukturierung der innerstaatlichen Angelegenheiten auch positive Auswirkungen auf die bilaterale Beziehung zwischen Österreich und Serbien haben und in steigendem Ausmaß haben werden.

Besonders eindringlich erklärte Herr Swoboda zudem, dass die Ernennung zum Beitrittskandidaten für Serbien insbesondere als Motivator für weitere wirtschaftliche und rechtsstaatliche Maßnahmen von großer Bedeutung ist.

Im Anschluss an die Vorträge standen die beiden Gastredner den Publikumsfragen Rede und Antwort. Es wurden unter anderem Parallelen zwischen der Südtirol-Angelegenheit und der Kosovo-Frage  gezogen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Serbien zwar noch ein langer Weg bis zur Mitgliedschaft in der EU bevorsteht, dass aber die Denkweise unserer Gäste in Bezug auf Serbien schon überaus europäisch gestimmt ist.

Präsentation – Milica Delevic