Rückblick auf die zweite Veranstaltung des ÖSW

Ob Donau, Dunaj, Duna, Dunav, Dunărea oder Dunay – die Donauraumstrategie verbindet

Das Österreichisch-Serbische Wirtschaftsforum blickt mehr als zufrieden auf einen erkenntnisreichen, zahlreich besuchten, aber auch amüsanten Diskussionsabend zurück.
Die serbische Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft und regionale Entwicklung, Dragijana Radonjic-Petrovic, eröffnete die Disksussion mit einer außerordentlichen Professionalität und einer Fülle an Informationen zur Donauraumstrategie, aber auch zur bilateralen Beziehung zwischen Österreich und Serbien. Sie präsentierte den Donauraum bzw Serbien nicht nur von seiner wirtschaftspolitischen Seite, sondern führte auch die kulturellen und umweltbezogenen Aspekte vor Augen. Sie verdeutlichte die Notwendigkeitder Steigerung der Investitionen in dieses Gebiet.

Die Donauraumstrategie trifft in Österreich als auch Serbien gleichermaßen auf großes Interesse und Tatendrang. Es sind nicht nur die Großunternehmer, die ihre Marktmacht und ihren Einfluss einsetzen wollen, um die noch vagen Pläne in Zusammenhang mit der Strategiein handfeste Vorhaben umzusetzen. Während der Diskussion meldete sich einer der zahlreichen Gäste mit der Frage zu Wort, ob er denn auch mit seinem selbständig geführten Kleinbetrieb die Möglichkeit hätte, den Donauraum mitzugestalten bzw. an der Veränderung teilzunehmen. Diskutantin Dipl. -Ing. MSc Alexandra Vogl (TINA VIENNA – Urban Technologies &Strategies, Geschäftsführerin) bekräftigte daraufhin die Tatsache, dass der Handlungsspielraum auch Klein- und Mittelbetreiben zur Verfügung stehe – am nötigen Zugang zur Veränderung sollte die Donauraumstrategie offenbar nicht scheitern.

Der Wille, etwas zu verändern ist offensichtlich im Übermaß vorhanden, doch die teils kritischen Worte seitens Diskutanten Dr. Erhard Busek (Institut für den Donauraum und Mitteleuropa, Vorstandsvorsitzender) warnen vor übermütigen Projektideen und großem Wunschdenken. Man solle stattdessen kleine Pläne entwickeln, diese aber zur Gänze umsetzen, denn es kommt im Endeffekt nicht auf großen Tatendrang, sondern auf eine große, zur Schau gestellte, Umsetzungskraft an. Der Moderator der Veranstaltung, Michael Laczynski (Außenpolitik-Chef des Wirtschaftsblatts), entlockte auf seine gekonnte Art auch den beiden anderen Diskussionsteilnehmern, Dr. Mario Holzner (Wiener Institut für internationale Wirtschaftsvergleiche, Ökonom) und Dr.Georg Pammer (Siemens AG Österreich, Head of Siemens One and Regional Cluster Management), ihre Meinung zum Entwicklungspotenzial Serbiens und zum breit gefächerten Aktionsplan der Donauraumstrategie. Die Meinungen der Experten führten sowohl den weiten Weg Serbiens in die EU vor Augen als auch die Standhaftigkeit der Republik zu Zeiten der Wirtschaftskrise von 2008.

Summa Summarum schließen wir aus der Diskussion, dass Serbien ein großes ungenutzetes Wandlungspotenzial aufweist, das für die Umsetzung der Donauraumstrategie von maßgeblicher Bedeutung ist und den Plan sowohl wirtschaftspolitisch als auch kulturell bereichern würde.

Dr. Radivoje Petrikic, Präsident des ÖSW