Der Kurs steht auf Gesundheit – Rauchverbot tritt auch in Serbien in Kraft

Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen

Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen

Wien/Belgrad – Serbiens Gesundheitsminister ist zuversichtlich  – mit dem Rauchverbot wurde seiner Meinung nach ein neuer Schritt in Richtung EU-Mitgliedschaft gesetzt.

Seit dem in Kraft treten des Verbots am 11. November ist es vorgesehen, sämtliche öffentliche Einrichtungen, die vom Rauchverbot betroffen sind, sei es eine Schule oder ein öffentliches Verkehrsmittel, mit einem augenscheinlichen Rauchverbots-Zeichen zu versehen. Analog dazu sind auch Räumlichkeiten, in denen das Rauchen zulässig ist, entsprechend zu kennzeichnen.

Die Strafe bei Missachten des Verbots beträgt 5.000 Dinar für eine natürliche Person. Juristische Personen müssen hingegen mit Geldbeträgen in Höhe von 500.000 bis 1.000.000 Dinar rechnen, wobei Derjenige, der die Verantwortung für die juristische Person trägt, eine Strafe von 30.000 bis 50.000 Dinar hinnehmen muss. Als verbotsübertretender Unternehmer muss man mit einer Strafe von 300.000 bis 500.000 Dinar rechnen.

Soweit klingt alles schön und gut, aber wie steht es um die tatsächliche Umsetzung des Gesetzes? Unlängst sind einige Nachbarstaaten Serbiens an der Erhaltung des Gesetzes  kläglich gescheitert. Die Umsatzeinbußen im gastwirtschaftlichen Bereich seien sowohl für die kroatische als auch für die montenegrinische, albanische und griechische Bevölkerung nicht tragbar gewesen. Die Folge war großer Protest und der schlussendliche Fall des neuen Gesetzes.

Auch im Nachbarland Bulgarien wäre das Rauchverbot beinahe gescheitert, doch die innerstaatlichen politischen Bemühungen führten kurzerhand zu einer Lockerung der Verbots und der Akzeptanz bei der rauchenden Bevölkerungsschicht.

Das Problem mit dem plötzlichen Raucherverbot ist kein reines Balkan-Phänomen. Man denke nur an Bayern und an das aufgezwungene in toto Rauchverbot, dass die Schließung zahlreicher Gastwirtschaften und extreme Polarisierung der Gesellschaft zur Folge hatte.

Auch in Serbien wäre Widerstand eine logische Schlussfolgerung gewesen, wenn man sich nicht von vornherein auf ein teilweises Rauchverbot geeinigt hätte. In diesem Fall hat die serbische Politik großes Lernpotenzial unter Beweis gestellt und damit die Akzeptanz des Verbots bei der eigenen Bevölkerung erreicht.

Es scheint als wäre ein erster kleiner Schritt für ein „frischeres“ Serbien erfolgversprechend umgesetzt worden.